Clemens Büntig -One Of All - Art For All
Orange Field, 60 x 60 cm
Orange Field, 60 x 60 cm
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Orange Field, 2025
60 x 60 cm
Monotypie/Monotype, Mixed Media
Unikat/Unique Piece
Original, Ungerahmt/Unframed
Signiert/Signed
Orange Fields eröffnet einen Raum, in dem Wahrnehmung ihre eigene Begrenzung erfährt. Die pflanzlichen Formen spielen dabei eine besondere Rolle: Sie sind konkret genug, um als Spuren von Welt aufzutreten, und gleichzeitig offen genug, um jederzeit ins Abstrakte zu kippen. Diese organische Unbestimmtheit fordert unsere Wahrnehmung heraus. Sobald wir versuchen, sie als gegenständliche Figuren zu fixieren, verliert das abstrakte Gefüge seinen Anspruch. Richten wir den Blick hingegen auf die abstrakte Fläche, lösen sich die pflanzlichen Konturen in reines Farbgeschehen auf.Das Werk zeigt so, dass beide Modi - Erkennen und reines Sehen - parallel existieren, ohne zugleich greifbar zu sein, und damit die grundlegende Spannung sichtbar machen, die unsere Wahrnehmung der Welt insgesamt durchzieht.
Die konsequente Flächigkeit verstärkt diesen Gedanken. Nichts tritt hervor, nichts ordnet sich unter. Die pflanzlichen Spuren behaupten denselben Status wie die abstrakten Formen. So entsteht ein Bildraum, der weniger etwas zeigt, als dass er ein Denken ermöglicht: Orange Fields macht bewusst, dass Welt nicht eindeutig auszudeuten ist, sondern vielmehr ein ständiges Oszillieren zwischen Deutungsebenen, die sich gegenseitig bedingen und zugleich entziehen.
Isabella Kilian, Philosophin M.A.
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Orange Fields opens a space in which perception encounters its own limits. The plant-like forms play a particular role here: they are concrete enough to appear as traces of the world, yet open enough to slip into abstraction at any moment. This organic indeterminacy challenges our perception. As soon as we try to fix these shapes as recognizable figures, the abstract structure loses its claim; but when we shift our attention to the abstract surface, the vegetal contours dissolve into pure fields of color. In this way, the work reveals that both modes - recognition and pure seeing - exist in parallel without ever being graspable at the same time, thereby making visible the deeper tension that runs through our entire perception of the world.
The consistent flatness reinforces this idea. Nothing stands out, nothing submits to a hierarchy. The vegetal traces claim the same status as the abstract forms. Thus a pictorial space emerges that shows less than it enables a kind of thinking: Orange Fields makes us aware that the world cannot be interpreted unambiguously, but is instead a continual oscillation between layers of meaning that condition one another while simultaneously withdrawing.
Isabella Kilian, M.A. Philosophy
